Biofeedback ergänzt Behandlungen

Im Klinikum Bad Gastein wird Biofeedback zur Unterstützung der Behandlungen bei chronischen Schmerzen und Schlafstörungen eingesetzt. Mit Hilfe eines Gerätes werden unbewusst ablaufende körperliche Prozesse als Reaktion auf eine Herausforderung (beispielsweise Stress) sichtbar und – meist am Bildschirm – beobachtbar gemacht. Auf Basis der Ergebnisse kann spielerisch gelernt werden, aus dem Rhythmus geratene Prozesse zu beeinflussen und zu verändern und im Idealfall sogar wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Voraussetzung ist die aktive Mitarbeit der Betroffenen, damit sie die Prozesse gezielt wahrnehmen und beeinflussen können.

 

Mag.a Birgit Schafflinger, Klinische Psychologin am Klinikum Bad Gastein, erklärt: „Jeder Mensch reagiert auf individuelle Weise auf die Herausforderungen im Alltag. Egal ob gesund oder krank, dabei beeinflussen sich Körper, Psyche und soziales Umfeld immer gegenseitig. Sie sind sozusagen unzertrennlich miteinander verbunden.“ Die Expertin zieht den Vergleich mit einem Orchester, bei dem ein oder auch mehrere Instrumente verstimmt sind: „Die Betroffenen hören zwar vielleicht, dass etwas nicht zusammenpasst, können aber unter Umständen nicht genau definieren, was es ist. Vor allem aber wissen sie nicht, was nötig ist, damit die Instrumente wieder im Einklang sind.“

 

Beim Körper äußert sich dieser „Missklang“ in Beschwerden und vielleicht in dem Gefühl, nichts gegen diese Beschwerden machen zu können. Mit Biofeedback können Zusammenhänge erkannt und Möglichkeiten zur Veränderung entdeckt und trainiert werden, so Schafflinger. Dadurch kann wieder ein Zusammenspiel des körperlichen Orchesters erreicht werden.

 

Zum Beispiel kann beim Spannungskopfschmerz die oft unterschätzte Anspannung in den entsprechenden Regionen gemessen und aufgezeigt werden. Mit der direkten Rückmeldung wird der Unterschied zwischen An- und Entspannung wahrgenommen. Somit kann gezielt eine Entspannung der einzelnen Regionen und/oder Entspannung insgesamt gelernt werden. „Wird diese Fähigkeit zur Entspannung regelmäßig eingesetzt, führt das insgesamt zu einer Reduktion der Anspannung und damit zu einer Reduktion des Spannungskopfschmerzes“, sagt die Psychologin.

 


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Magazin rehaZEIT (Ausgabe 2020)